Kino

Das Filmfestival Ruberoid 2016 widmet sich mit 17 Kurzfilmen, 2 Langfilmen und einem Talk  dem Thema Stadt//Raum//Identität in einem spannenden Programm aus Deutschland, Russland und der Ukraine. Die Filmemacher werden ihre Arbeiten, darunter mehrere Gewinnerfilme von internationalen Festivals, vorstellen und beantworten Publikumsfragen. Alle Filme laufen in Originalsprache ggf. mit deutschen oder englischen Untertiteln. Unter den Highlights sind u.a. die als bester deutscher Film gekührte deutsch-türkische Tragikomödie „Almanya – Willkommen in Deutschland“ und das ukrainische Drama „Haytarma“, was soviel wie ´Wiederkehr´ bedeutet und die Deportation der Krymtataren behandelt.

Regisseurin und Filmwissenschaftlerin Canan Turan (Berlin/Barcelona) spricht mit der Forscherin Dr. Anna Esther Younes (Berlin/Genf) über ‚Das Andere‘ deutsche Kino als subversive Praxis, und vergleicht dabei insbesondere Frauenrollen.

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Block 1 Samstag, 26.11. 12:00

GeschÜtZter Raum

Deutschland / 2014 / Spielfilm / 13 min

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Regie: Zora Rux
Drehbuch: Zora Rux, Christian Brecht
Kamera: Ágnes Pákozdi
Producer: Fred Burle
Produktion: Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin

Der Film erzählt eine Liebesgeschichte zwischen dem Flüchtling Patrick und dem Berliner Mädchen Sara, die sich zusammen in einer Gruppe für die Rechte von Flüchtlingen einsetzen. Als die Annäherung der beiden in eine sexuelle Nötigung mündet, ist die Gruppe gezwungen, über ihre Ziele, Ideale und den Preis, den sie dafür zahlen möchten, nachzudenken. Die private Liebesgeschichte bekommt plötzlich eine ungewollt politische Dimension.

Festivals (Auswahl):
* Internationale Hofer Filmtage * FICMEC Lebanon * Filmfest Dresden * San Sebastian Human
Rights IFF * Olhar de Cinema – Curitiba IFF * Säo Paulo ISFF * Montreal World FF * Viña del Mar IFF * Reykjavik IFF * Austin Film Festival * Durban IFF

Preise (Auswahl):
* Next Generation Prize – Market Screening at Cannes Film Festival 2015 * 2nd Place Jury Award Mosaic Film Experience (Michigan, USA) * „The Hot Issue“ Award at Luksuz Film Festival Slovenia * Max-Bresele Prize for a social relevant film at Regensburg Short Film Week * Gold „Zollstock“ at Wendland Shorts * Best Film for Human Rights Education @Entretodos Human Rights FF Säo Paulo * Nominated for Best Short Film at German Critic’s Award 2016 * Opera Prima @Solo Para Cortos FF Barcelona * Best Film @World Emerging Cinema FF 2016 * Prädikat besonders wertvoll FBW

Official website: dffb.de/html/en/films/film/412
Facebook: facebook.com/safespace2014


Abwesend

Deutschland / 2015 / Spielfilm / 13 min

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Regie/Drehbuch: Eliza Petkova
Kamera: Constanze Schmitt
Producers: Tim Oliver Schultz, Cécile TolluPolonowski
Produktion: Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin

Winter in einer deutschen Großstadt. Klara, 30-jährige alleinerziehende Mutter, kommt mit einem fremden Mann nach Hause. Beide sind betrunken, sie lachen, haben Spaß. Aber es ist noch jemand in der Wohnung: Anton, 9 Jahre alt, entdeckt sie beim Sex. Am darauffolgenden Morgen ist Anton weg.


Meral, Kizim

Deutschland / 2016 / Spielfilm / 21 min

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Drehbuch/Regie: Süheyla Schwenk
Kamera: Antonia Lange
Producer: Roxana Richters
Produktion: Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin

Meral wird durch ihre Krankheit nicht nur ans Bett gefesselt, sondern auch an ihre traditionelle Familie, der sie längst entkommen war. Niemand akzeptiert ihre Krankheit, nur zu ihrer jüngeren Schwester kann sie eine Beziehung aufbauen.
Facebook: facebook.com/MERAL-KIZIM-1061333823929437/


Flucht nach vorne

Deutschland / 2012 / Spielfilm / 9 min

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Regie: Florian Dietrich
Buch: Florian Dietrich, Birgit Maiwald
Kamera: Luciano Cervio
Producer: Louise von Johnston
Produktion: dffb in Koproduktion mit arte

Besuchzimmer einer Berliner Justizvollzugsanstalt für Frauen. Die Haftgefangene Vicky beendet gerade hysterisch die Beziehung zu ihrem langjährigen Freund Wolf. Als Wolf das nicht verstehen will und sich auch noch mit den Vollzugsbeamten anlegt, wird er am Kragen aus dem Knast geschliffen. Dort bleibt ihm nur eine Möglichkeit, seine Liebe zu retten…


Refugee Poetry

Deutschland / 4 min

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Regie: Dave Lojek


Irgendwo Anders

Deutschland / 2016 / Spielfilm / 14 min

irgendwo

Regie: Borbála Nagy
Drehbuch: Borbála Nagy, Halina Joanna Rasinski
Kamera: Marianne Andrea Borowiec
Producer: Margarita Amineva
Produktion: Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin

Um seinen unbekannten Vater zu sehen, flüchtet sich der 8 Jahre alte Sebastian in eine Phantasiewelt, in der seine Eltern noch zusammen sind. Aber die negativen Erinnerungen der Mutter durchkreuzen diese Welt. Sebastian muss die Lösung woanders finden.

Facebook-Seite: https://www.facebook.com/SomewhereElseMovie/
Offizielle Webseite: http://www.borbalanagy.com/somewhere-else


Out of Frame

Deutschland / 20 min

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Regie: Sophie Linnenbaum

Block 2 Samstag 26.11. 14:00

Rubik

Deutschland / Animation / 5 min

rubik

Regie: Xenia Ort


Vakuum

Deutschland / 20 min

vakuum

Regie: Felix Ahrens


Nabelschnur

Deutschland / 2015 / Spielfilm / 27 min

Regie/Drehbuch: Eliza Petkova
Kamera: Constanze Schmitt
Producer: Eleni Karageorgoudis, Cécile Tollu-Polonowski
Production: Deutsche Film- & Fernsekakademie Berlin (dffb)

Todor ist Anfang 30. Er wohnt immer noch mit seiner Mutter zusammen, die jeden Tag für ihn kocht, seine Hemden bügelt, ihn badet und abends mit ihm im Arm Fernsehen schaut. Sie gibt alle Regeln vor: Der Alltag der beiden ist von Ritualen und Musterverhalten bestimmt. Todor arbeitet in einem Großraumbüro, sein routiniertes Leben funktioniert perfekt bis zu dem Tag, an dem er von einer Firmenparty das erste Mal zu spät nach Hause kommt.


BLAUE STUNDE SEHNSUCHT

Deutschland / 2016 / 19 min

blauestundesehnsucht

Sechs Seniorinnen treffen sich zur wöchentlichen Wassergymnastik – ein Lichtblick im Alltag an der Seniorenresidenz. Doch diesmal passiert ein Malheur, das alle aus dem Takt und aus der Fassung bringt.

WEDNESDAY BLUES

Of pride, prejudice and aqua gymnastics.

Regie und Drehbuch: Sophia Bösch
Cinematography: Antonia Kilian
ProducerIn: Lili von Otting
Montage: Andrea Herda-Muñoz
Sound: Felix Lau
Mischung: Malte Eiben
Musik: Jens Heuler, Phillip Feneberg
Szenenbild: Clara Wanke
Herstellungsleitung: Ursula Kalb-Krieg
DarstellerInnen: Ruth Bickelhaupt, Thorbjörn Björnsson, Dana Cebulla, Gisela Hess, Gisela Leipert, Christel Leuner, Franziska Ponitz, Teresa Schermaus
Produktion: Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF

FESTIVALS
Warschau Film Festival; Fünf Seen Filmfestival / Kurzfilmwettbewerb; NYC Independent Film Festival.


F5

Russland / 25 min

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Regie: Timofey Zhalnin

Festivals und Preise:
2013 FESTIVAL DE KANNES, France – Short Film Corner; 2013 42 International Film Festival, Sehsüchte, Germany – Best short film; 2013 “Mediawave” XXIII International Film Festival, Hungary – Jury award “For the real viewing of the creative life”; 2013 VIII International Film Festival, Pentedattilo, Italy – Special Jury award; 2013 64 International Film Festival, Montecatini, Italy – “Toscana Pegasus” Prize; 2012 Kinotavr – XXIV Open Russian Film Festival, Moskow – Best short film; Jury award; 2012 VII International Youth Film Festival „YES EM“, Yerevan, Armenia – Best Camera; 2012 V Festival «ART-Film», Moscow, Russia – Gran Prix.


Block 3 Samstag 26.11. 16:00

LIGHT

Russland / 3 min

Regie: Yulia Shuvchinckaya


The Demon, the Flow and me

Deutschland / 2016 / Dokumentarfilm / 39 min

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Regie: Rocco Di Mento

„The Demon, the Flow and Me“ should be the title, exclaims TJ – a movie about identity. TJ is a man in his late 50s who lives in a Chrysler Cordoba parked in a drive-way next to a porn shop in Berlin, a survival artist who celebrates solitude. While the camera documents his life as a drop out from mainstream society, TJ developes his vision of a film. In a grandiose act of self-staging he creates himself in front of the camera.


Olgasberg

Deutschland / 2016 / 15 min

Regie: Dmitry Vachedin


Schwarze Katzen

Deutschland / 2015 / 20 min

Regie: Natalia Sinelnikova

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Emilia, Anna und Valeria, drei Russinnen in Berlin. Drei Persönlichkeiten, die von Grund auf unterschiedlich sind und die eins verbindet – der russische Aberglaube, eine uralte skurrile Eigenart, ein Codex, eine Stütze und vor allem ein Stückchen Heimat in einem fremden Land.

Artist Talk: Das ‚andere‘ Deutsche Kino als subversive Praxis Samstag 26.11. 18:00

artist talk: das ‚andere‘ deutsche kino als subversive praxis

mit Canan Turan und Dr. Anna-Esther Younes

Regisseur_innen mit Migrationsbiographien kreieren in Deutschland seit den ‘90er Jahren selbstbewusst ein ‘anderes’ deutsches Kino: Ihre Filme erzählen eher vom Konflikt der Wünsche und Bedürfnisse ihrer transkulturellen Figuren als vom Zusammenprall einer homogenen “türkischen” versus einer “deutschen” Kultur. Sie haben nicht das vordergründige Ziel der interkulturellen Vermittlung wie das deutsche Mainstream-Kino über Migration. An den Beispielen “Gegen die Wand” (2004) von Fatih Akın, “Die Fremde” (2010) von Feo Aladağ und “Almanya — Willkommen in Deutschland” (2011) von den Şamdereli-Schwestern erläutert Canan Turan die unterschiedlichen Motive, Kulturkonzepte und Narrative dieser zwei Strömungen des deutschen Films.

Im Anschluss an den Vortrag gibt es ein moderiertes Publikumsgespräch mit der Dozentin und Kuratorin Dr. Anna-Esther Younes. Danach wird der Film “Almanya — Willkommen in Deutschland” vorgeführt.

CANAN TURAN (*1984), in Keşan in der Türkei geboren und in Berlin-Kreuzberg aufgewachsen, ist Filmwissenschaftlerin, Regisseurin und Übersetzerin. Nach ihrem Bachelorstudium in Filmwissenschaft an der Freien Universität Berlin und der Pompeu Fabra Universität Barcelona ging Canan Turan 2011 nach London, wo sie am Goldsmiths College einen Master in Dokumentarfilm machte. Zu ihren wissenschaftlichen Schwerpunkten zählen insbesondere die krititische Analyse von kulturalistischen/rassistischen Repräsentationen im europäischen und amerikanischen Film sowie das Kino der `Anderen ́ in Deutschland. Turans Abschlussfilm Kıymet (2012 D/UK, 25 Min.) wurde auf internationalen Festivals, einschliesslich dem Documentarist Istanbul und Duhok IFF, vorgeführt und war ein Jahr lang im Programm des Kino Moviemento Berlin als Teil des Filmdoppels „Canim Kreuzberg“ zu sehen. Canan Turan lebt und arbeitet als Freiberuflerin in Berlin und Barcelona.

DR. ANNA-ESTHER YOUNES wurde in Ost-Berlin geboren, promovierte in Genf über ‚Rassismus, Kolonialismus und die Figur des Juden in einem Neuen Deutschland‘. Ihre Themen sind Psychoanalyse, Rasse und Rassismustheorien, Post-/Koloniale und Kritische Theorie. Younes schreibt, moderiert und kuratiert neben ihrer Lehrtätigkeit.

Tragikomödie: Almanya - Willkommen in Deutschland Samstag 26.11. 19:00

ALMANYA – willkommen in deutschland

Deutschland / 2011 / Tragikomödie / 101 min

Filmstill aus ‚Almanya – Willkommen in Deutschland‘

Regie/Drehbuch: Nesrin Şamdereli, Yasemin Şamdereli

 

 

 

 

Drama: HAYTARMA Samstag 26.11. 21:00

HaYtArma

Ukraine / 2011 / Drama / 120 min

kaitarma

Directed by Akhtem Seitablaiev; Produced by Lenur Isliamov, Ivanna Diadiura; Written by Mykola Rybalka; Starring Akhtem Seitablaiev, Oleksiy Horbunov; Cinematography: Volodymyr Ivanov.

Haytarma is a 2013 Crimean Tatar-language film. It portrays Crimean Tatar test pilot and Hero of the Soviet Union Amet-khan Sultan against the background of the 1944 deportation of the Crimean Tatars. The title of the film means „Return“.

AWARDS

  • Best Film at the Trieste Film Festival (Italy 2014)
  • Best Film of the CIS and Baltics, Nika Award (Russia 2014)
  • Best Feature and Best Director at the Kimera International Film Festival (Italy 2014)
  • Grand-Prix at the Korona Karpat International Film Festival (Ukraine 2013)
  • Best Ukrainian Film acc. to the National Union of Ukrainian Cinematographers (Ukraine 2013)

LANGUAGE: Crimean Tatar and Russian with English subtitles