Talks

Die europäische Kunst- und Kulturszene als politische Akteurin

Die Gesprächsreihe bildet die theoretisch-konzeptionelle Rahmung zum Titelthema des Festivals Stadt//Raum//Identität. Insbesondere die Frage nach der Bedeutung der europäischen Kulturszene als Akteurin in Zeiten der Krise steht hierbei im Mittelpunkt. In verschiedenen Talk-Formaten, die von Podiumsdiskussionen, über Tischgespräche bis hin zu einer Mischung aus Filmvorführung mit eingeschobenen Gespräch reichen, werden Themen wie Creative Peacebuilding, Engagierte Kunst, künstlerische Verhandlung von Identität und Fremdheit sowie von Rassismen und Sexismen diskutiert. Die Referent/innen, die selbst aus interkulturellen Kontexten stammen, nähern sich dieser Fragestellung aus verschiedenen Richtungen an.

Im Studio findet eine Begleitausstellung zu den Workshops und Talks statt.

Eine Kooperation von Dekabristen e.V. und der Heinrich-Böll-Stiftung

Event Information:

  • Sa
    26
    Nov
    2016

    „Die verflochtenen Facetten der (post)migrantischen Identität im Diskurs“ mit Athina Panousi

    14:30 - 16.00Studio

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    Tischgespräch + Video-Art
    mit Tee und Kuchen

    Moderatorin Athina Panousi, Universtität der Künste, Berlin - Institut für Kunst im Kontext.

    In einem anderen Land oder einer anderen Kultur, bin ich die/der Fremde oder umgeben von Fremden? Was bedeutet Fremdheit für mich? Nach welchen Kriterien inszeniere ich meine eigene Identität innerhalb einer fremden Kultur? Wer bestimmt diese Kriterien und wann gelten sie als selbstgesetzt? Wie behandele ich meine Doppelidentität als Einheimische_r und als Migrant_in? Wie behandelt man den Verlust seiner eigenen Identität durch einen Krieg? Oder wenn man sich mit den sozialen und kulturellen Normen seines Landes nicht indentifizieren kann? Könnte Kunst als schöpferischer Katalysator ernst genommen werden, und ermöglichen, diese Fragen visuell, akustisch und performativ zu beantworten?

    Erkundungen dieser Art sind unverzichtbarer Teil des (post)migrantischen Identitätsstatus, dem das Gespräch mit Athina Panousi in einem durch die Künstlerin vorbereiteten speziellen Setting gewidmet ist. Die Diskussion zielt darauf ab, soziokulturelle Tabus, wie das Phänomen der (Selbst-)Anpassungsstrategien und dazugehörige Identitätsexperimente explizit anzusprechen, in Frage zu stellen und konstruktiv zu zerstreuen. Als Empfänger_innen von fremden kulturellen und sozialen Reizen sind wir nicht automatisch vorbereitet, diese Reize nachzuvollziehen, zu verarbeiten oder zu akzeptieren. Intensiver soziokultureller Informationsaustausch und multikulturelle Koexistenz benötigen eine Art von Identitätsinszenierung, die sich dem Neuen öffnet. Als Grundlage für die Gesprächsveranstaltung dient Panousis Videoarbeit „Die transexistenzielle Hauthülle“.

    Alle Besucher_innen des Festivals sind eingeladen, an diesem Tischgespräch mit Tee und Kuchen teilzunehmen, um die eigene Perspektive zu teilen und voneinander lernen zu können.