Talks

Die europäische Kunst- und Kulturszene als politische Akteurin

Die Gesprächsreihe bildet die theoretisch-konzeptionelle Rahmung zum Titelthema des Festivals Stadt//Raum//Identität. Insbesondere die Frage nach der Bedeutung der europäischen Kulturszene als Akteurin in Zeiten der Krise steht hierbei im Mittelpunkt. In verschiedenen Talk-Formaten, die von Podiumsdiskussionen, über Tischgespräche bis hin zu einer Mischung aus Filmvorführung mit eingeschobenen Gespräch reichen, werden Themen wie Creative Peacebuilding, Engagierte Kunst, künstlerische Verhandlung von Identität und Fremdheit sowie von Rassismen und Sexismen diskutiert. Die Referent/innen, die selbst aus interkulturellen Kontexten stammen, nähern sich dieser Fragestellung aus verschiedenen Richtungen an.

Im Studio findet eine Begleitausstellung zu den Workshops und Talks statt.

Eine Kooperation von Dekabristen e.V. und der Heinrich-Böll-Stiftung

Event Information:

  • Sa
    26
    Nov
    2016

    Die kritische Rolle der engagierten Kunst- und Public-Art-Szene mit Igor Zaidel / Kodmista, Sergej Medvedev / Creative Peacebuilding

    16.30 - 18.30Studio

    diskussion-igor-seidel

    Artist-Talk + Diskussion 

    Moderation: Ivor Stodolsky (Kurator, Kunstaktivist)

    Mit dem Kunstprojekt City Mythologem nahm Igor Zaidel am Programm City-Code (Kodmista) in der östlichen Ukraine teil. Der deutsche Künstler und Kurator ist in partizipatorischen Kunstprojekten spezialisiert und arbeitet mit Geschichten und Mythen von Orten, schafft neue visuelle Puzzles daraus. So entstanden von Oktober bis November 2016 fünf großformatige Wandmalereien und eine Straßenaktion in den Städten Kremenchug, Ostrog, Neteshin, Slavutich, Kramatorsk und Slavjansk. Das langfristige Programm Kodmista ist in der Schnittmenge zwischen öffentlicher Stadtentwicklung, Wirtschaftsakteuren und der Kunstszene in der Ukraine angesiedelt, und bezeichnet sich selbst als „neues kulturelles und wirtschaftliches Modell“. Dadurch versucht die NGO Garage Gang die Attraktivität der Städte für soziale Innovationen zu erhöhen und sucht Chancen für eine nachhaltige regionale Entwicklung. Aber in der ukrainischen Gesellschaft und Kulturszene herrschen kritische und kontroverse Meinungen zur Rolle von Public Art, Murals und dem sog. `wilden´ Urbanismus.

    Beim Artist-Talk präsentiert der Künstler Igor Zaidel das eigene Projekt aus einer kritischen Perspektive, woran sich eine Diskussion über die aktuelle Bedeutung von Public Art und engagierter Kunst in Europa anschließt. Sergey Medvedev (Vorstandsmitglied / Dekabristen e.V.) präsentiert dabei einen aktuellen Versuch, in der europäischen Nachbarschaft mit künstelerischen Mitteln Konflikte zu bewältigen. Welche Rolle kann die europäische Kunstszene in schwierigen gesellschaftlichen und politischen Prozessen in Europa und an dessen Rändern heute einnehmen? Wie ist künstlerische Vermittlung, Moderation, Aufbruch oder Creative Peacebuilding möglich?