Talks

Die europäische Kunst- und Kulturszene als politische Akteurin

Die Gesprächsreihe bildet die theoretisch-konzeptionelle Rahmung zum Titelthema des Festivals Stadt//Raum//Identität. Insbesondere die Frage nach der Bedeutung der europäischen Kulturszene als Akteurin in Zeiten der Krise steht hierbei im Mittelpunkt. In verschiedenen Talk-Formaten, die von Podiumsdiskussionen, über Tischgespräche bis hin zu einer Mischung aus Filmvorführung mit eingeschobenen Gespräch reichen, werden Themen wie Creative Peacebuilding, Engagierte Kunst, künstlerische Verhandlung von Identität und Fremdheit sowie von Rassismen und Sexismen diskutiert. Die Referent/innen, die selbst aus interkulturellen Kontexten stammen, nähern sich dieser Fragestellung aus verschiedenen Richtungen an.

Im Studio findet eine Begleitausstellung zu den Workshops und Talks statt.

Eine Kooperation von Dekabristen e.V. und der Heinrich-Böll-Stiftung

Event Information:

  • Sa
    26
    Nov
    2016

    Das ‚andere‘ Deutsche Kino als subversive Praxis mit Canan Turan und Dr. Anna-Esther Younes

    18:00Theater

    Filmstill aus ‚Almanya – Willkommen in Deutschland‘
    Filmstill aus ‚Almanya – Willkommen in Deutschland‘

    Vortrags- und Filmabend

    Regisseur_innen mit Migrationsbiographien kreieren in Deutschland seit den ‘90er Jahren selbstbewusst ein ‘anderes’ deutsches Kino: Ihre Filme erzählen eher vom Konflikt der Wünsche und Bedürfnisse ihrer transkulturellen Figuren als vom Zusammenprall einer homogenen “türkischen” versus einer “deutschen” Kultur. Sie haben nicht das vordergründige Ziel der interkulturellen Vermittlung wie das deutsche Mainstream-Kino über Migration. An den Beispielen “Gegen die Wand” (2004) von Fatih Akın, “Die Fremde” (2010) von Feo Aladağ und “Almanya — Willkommen in Deutschland” (2011) von den Şamdereli-Schwestern erläutert Canan Turan die unterschiedlichen Motive, Kulturkonzepte und Narrative dieser zwei Strömungen des deutschen Films.

    Im Anschluss an den Vortrag gibt es ein moderiertes Publikumsgespräch mit der Dozentin und Kuratorin Dr. Anna-Esther Younes. Danach wird der Film “Almanya — Willkommen in Deutschland” vorgeführt.

    CANAN TURAN (*1984), in Keşan in der Türkei geboren und in Berlin-Kreuzberg aufgewachsen, ist Filmwissenschaftlerin, Regisseurin und Übersetzerin. Nach ihrem Bachelorstudium in Filmwissenschaft an der Freien Universität Berlin und der Pompeu Fabra Universität Barcelona ging Canan Turan 2011 nach London, wo sie am Goldsmiths College einen Master in Dokumentarfilm machte. Zu ihren wissenschaftlichen Schwerpunkten zählen insbesondere die krititische Analyse von kulturalistischen/rassistischen Repräsentationen im europäischen und amerikanischen Film sowie das Kino der `Anderen ́ in Deutschland. Turans Abschlussfilm Kıymet (2012 D/UK, 25 Min.) wurde auf internationalen Festivals, einschliesslich dem Documentarist Istanbul und Duhok IFF, vorgeführt und war ein Jahr lang im Programm des Kino Moviemento Berlin als Teil des Filmdoppels „Canim Kreuzberg“ zu sehen. Canan Turan lebt und arbeitet als Freiberuflerin in Berlin und Barcelona.

    DR. ANNA-ESTHER YOUNES wurde in Ost-Berlin geboren, promovierte in Genf über 'Rassismus, Kolonialismus und die Figur des Juden in einem Neuen Deutschland'. Ihre Themen sind Psychoanalyse, Rasse und Rassismustheorien, Post-/Koloniale und Kritische Theorie. Younes schreibt, moderiert und kuratiert neben ihrer Lehrtätigkeit.