Theater

FREITAG, 25. NOVEMBER 2016 | Beginn 21:00 Uhr

RABBITS-SHMABBITS
Was tun, wenn der Tod an der Tür klopft

Sechs Sprachen, vier Leichen, zwei Hochzeiten und jede menge Hasen
in einer tragischen Komödie nach Erzählungen von Etgar Keret (Israel)

Die Story

„Rabbits-Shmabbits“ ist kein Stück über den Tod. Das ist ein absurdes, trauriges und drolliges Stück über die Lebenslust, über das Lebensfieber und über die Liebe. Es erzählt die Geschichte von fünf Menschen, von denen jeder auf seine eigene Art und Weise mit der Unumgänglichkeit des Todes konfrontiert wird:
Es geht um den kindlichen Mut eines israelischen Soldaten, der, obwohl bereits tot, es immer noch schafft Witze zu reißen, zu singen und zu tanzen, um uns alle davon zu überzeugen, dass der Tod nicht existiert.
Es geht um einen Taxifahrer, der auf eine zwar skurrile, aber menschliche Art und Weise versucht mit dem Verlust seines Sohnes fertig zu werden.
Es geht um eine junge Frau, die zwar verzweifelt ist, doch in ihrer Verzweiflung eine sehr bedachte Entscheidung trifft – mit dem einzigen Mann, den sie liebt zu sterben, als mit vielen für immer fremden Männern zu leben.
Es geht um die starke Liebe einer anderen jungen Frau, die es schafft das Gesetz vom Leben und Tod zu brechen und ihren Geliebten zum zweiten Mal der Hölle entkommen zu lassen.
Und es geht letztendlich um den Schriftsteller, der nur unter Todesangst begreift, dass er schon seit sehr langer Zeit nichts Echtes geschaffen hat.

Das Thema

Die Idee zum Theaterstück kam uns während des Krieges in der Ukraine und der erneuten Eskalationen in Libanon, da, wo sich auch unsere Familien und Freunde befinden. Wir leben in Deutschland, nennen uns Europäer und genießen alle Freiheiten, die sich daraus ergeben. Einige von uns sind in einem muslimischen Land geboren und aufgewachsen, einige in der Ukraine oder in Russland – alles sowjetische Kinder. Wir sind Emigranten russischer, deutscher, jüdischer Abstammung und unsere Familien sind bunt gemischt. Unsere Nachbarn sind Christen sowie Moslems. Wir sind für Meinungsfreiheit, geäußert in jeder Sprache der Welt .Wir sind gegen Gewalt und Krieg in allen Ecken der Welt. Wir konnten und wollten nicht mehr mitleiden und mitweinen. Wir wollten etwas mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln tun. Wir haben ein Theaterstück nach Erzählungen vom israelischen Schriftsteller Etgar Keret geschrieben.

Die Form

Etgar Keret (aus einem Interview bei der bpb): „Wenn Menschen sehr viel Angst voreinander haben, schlägt diese Angst schnell in Hass um. Und aus Hass wird Gewalt. Unser Ziel sollte sein, weniger Angst voreinander zu haben..“

Wir wollen dem Zuschauer die These näherbringen, dass es eigentlich keine Feinde und Freunde gibt. Es gibt nur Opfer der Kriegsmaschine. Doch die Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen, oder Nationalitäten empfinden sich gegenseitig oft als fremd. Unserer Meinung nach, haben all diese Menschen etwas Grundlegendes gemeinsam: die Abscheu gegenüber der Gewalt und Angst vor dem eigenen Tod und dem Tod der Menschen, die nahestehen. Damit dieser Gedanke beim Zuschauer ankommt, haben wir die Form einer „Babylonischen Verwirrung“ gewählt. Alle Figuren in dem Stück sprechen unterschiedliche Sprachen. Und das innerhalb von einer Familie, von einer Kampfeinheit, oder in einem Liebespaar: Deutsch – Englisch, Russisch – Ukrainisch, Hebräisch – Arabisch. Das Ganze wird natürlich mit deutschen Untertiteln. Aber für uns war auch das Experiment wichtig, den Zuschauer so von dem Geschehen auf der Bühne mitreißen zu lassen, dass er sich nicht mehr auf die Wahrnehmung der Sprache, sondern auf die Wahrnehmung emotionaler Bilder konzentriert. So wollen wir den Zuschauer auf der Ebene fesseln, wo er sich mit dem Thema emotional auseinandersetzt.

Konzept, Bühnenfassung, Regie: Maria Zharkova, Berlin
Bühnen- und Kostümbild: Elena Bondar, München
Komponist: Alexander Rajev, Charkiw
Video: Olga Komarova, Nürnberg

Eine Produktion des Russisches Theaters Nürnberg